Änderungen der Heilmittelrichtlinie 01.01.2021

 

Die neue Heilmittelrichtlinie, welche am 1. Januar 2021 in Kraft tritt, beinhaltet wesentliche Änderungen, wie den Wegfall von Erstverordnung, Folgeverordnung und Verordnung außerhalb des Reglfalls hin zur s.g. Orientierenden Behandlungsmenge.

Für den Fall, dass - was zu erwarten ist -, seltener langfristige Heilmittelbedarfe und besondere Verordnungsbedarfe von den Ärzten verordnet werden, geht dies zu Lasten der Versorgung von chronisch kranken Patienten und die Praxisinhaber können dadurch sichere Einnahmequellen verlieren, die zudem zuvor mit weniger bürokratischem Aufwand verbunden waren.


Als sektoraler Heilpraktiker sind Sie frei und unabhängig von ärztlichen Überweisungen. Da jedoch einige von Ihnen mit den GVK zusammenarbeiten, haben Sie die Möglichkeit

Umsetzungshilfen zum Heilmittelkatalog, besonderen Verordnungsbedarfen und langfristigen Heilmittelbedarf zu bestellen.


Es gibt verschiedene Varianten, z.B. die Print-Ausgabe mehr dazu im Mitgliederbereich.


Der gemeinsame Bundesausschusses beschloss am 17.09.2020 über eine Änderung der Häusliche KrankenpflegeRichtlinie, der Spezialisierte Ambulante Palliativversorgungs-Richtlinie, der SoziotherapieRichtlinie, der Hilfsmittel-Richtlinie, der Heilmittel-Richtlinie, der Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte, der Krankentransport-Richtlinie sowie der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie:

COVID-19-Epidemie – Grundlagenbeschluss zur Ermöglichung befristeter regionaler Ausnahmeregelungen sowie Verlängerung und Anpassung bundesweiter Sonderregelungen zur Genehmigung von Krankentransporten und der Geltungsdauer von Heilmittelverordnungen:
hier geht´s zum Beschluss des G-BA

https://www.g-ba.de/beschluesse/4475/

 

Änderung der Heilmittelrichtlinie bezüglich einer erweiterten Verordnungsfähigkeit bei der medizinischen Fußpflege

Lt. der Pressemitteilung des G-BA vom 20. Februar 2020 soll eine podologische Therapie in Zukunft auch bei weiteren Krankheitsbildern zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können.

Über die derzeitige Verordnungsmöglichkeit beim diabetischen Fußsyndrom hinausgehend, wurde eine Erweiterung des Indikationsbereiches in der podologischen Therapie, nun auch bei Schädigungsbildern an Haut und Zehennägeln - die mit einem diabetischen Fußsyndrom vergleichbar sind - beschlossen. Denn auch in Folge anderer Erkrankungen können vergleichbare Bilder auftreten, beispielsweise Hautschädigungen der Füße in Folge eines Querschnittsyndroms. Hier soll eine fachgerechte Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung die Folgeschäden wie Entzündungen vermeiden, welche ansonsten schlimmstenfalls zu einer Amputation des Fußes führen könnten.

Das bedeutet, dass künftig Patienten mit einer nachgewiesenen Schädigung des Fußes - welche mit der des diabetischen Syndroms vergleichbar ist und bei Vorhandensein ähnlicher Sensibilitätsstörungen (auch verbunden mit Durchblutungsstörungen) - eine verordnete podologische Therapie in Anspruch nehmen können.

Die Erweiterung betrifft:

• eine sensible oder sensomotorische Neuropathie oder 
• ein Querschnittsyndrom


Dieser Beschluss zur Änderung der Heilmittel-Richtlinie tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in weiten Teilen am 1. Juli 2020 in Kraft.

- Pressemitteilung des G-BA vom 20.02.2020